• STARK wie ein Baum


Über mich

Wie ich in meine Widerstandskraft gefunden habe

UND

wie du das auch schaffen kannst

Unperfekt geht gar nicht

Es ist Ende der Saison in unserem touristischen Betrieb und ich bin vollkommen ausgebrannt. Viel zu viel Arbeit, keine Zeit für mich, auch auf meine Gesundheit habe ich nicht geachtet – eine ganz normale Saison im Leben einer Unternehmerin eben, so dachte ich. Weil ich einfach nicht mehr konnte, melde ich mich für ein „Klangwochenende“ an – was immer das sein mag. Meinen Entschluss bereue ich sofort, denn an besagtem Wochenende stehe ich vor einem etwas unperfekt erscheinenden Haus, dessen Putz nicht an allen Stellen so ganz fest an den Wänden hielt. Eine Frau in Schlappen, sie sieht nicht wirklich ausgeschlafen aus,  stellt sich als die Kursleiterin vor und ich denke ernsthaft darüber nach, wieder nach Hause zu fahren. Aber: Ich hab ja bezahlt, also lasse ich mich drauf ein.

Während der 2 Tage fragte mich die Dozentin " Sag mal Andrea, was glaubst du eigentlich wie lange dein Körper das noch mit macht?" Puhh, ich total im Widerstand. Es hat etwas gedauert, bis ich zulassen konnte, was sie sagte. Wie kam sie darauf? Na ja, ich konnte mich noch nicht mal hinlegen. An Entspannung war an dem Wochenende nicht zu denken. Am Ende kaufte ich eine der größten Klangschalen, die sie hatte. Das war der Beginn einer großen Liebe zu Klangschalen und Gongs.

Das Wochenende wird zu einem Schlüsselerlebnis. Hinter der bröckelnden Fassade erfahre ich eine Geborgenheit, eine Herzlichkeit und einen Frieden wie selten zuvor in meinem Leben. Dieses Erlebnis wird der Startschuss für meine Reise in die Welt der Klänge, der Achtsamkeit und einer völligen Wandlung meines Lebens.  Diese Geschichte erzähle ich an anderer Stelle ausführlicher.

Am nächsten Werktag melde ich mich jedenfalls zur Ausbildung Heilpraktiker für Psychotherapie an. Es schließen sich sehr viele Aus-und Weiterbildungen an.

Die Krisen

Als kleines Mädchen wurde ich Opfer sexuellen Missbrauchs. Ich hatte das große Glück, mit meiner Mutter und meinen Großeltern Nestwärme zu erfahren. So konnte ich behütet aufwachsen und auch mein "Geheimnis" war gut behütet.

Erst als ich über 40 war lüftete sich das "Geheimnis" in mir und wurde mir bewusst.

Zwischenzeitlich starb meine wichtigste Bezugsperson, meine Mutter, mit nur 55 Jahren ganz plötzlich und ohne Vorankündigung. Ich stand also allein mit meiner großen Not. Zu meinem Glück hatte ich inzwischen meinen Mann, der mir sehr zur Seite stand. Bis dahin hatte ich ein eher, sagen wir mal, angespanntes Verhältnis zu Männern.

Eine sehr schwere Krebserkrankung im Jahre 2012 hat mich aus der Bahn geworfen. 4 Jahre lang habe ich völlig antriebslos und depressiv auf dem Sofa gesessen. Wenn es irgendwie ging, stand ich im Betrieb und quälte mich durch den Tag. Und das war nicht nur für mich eine Qual, sondern auch für unsere Kunden. Es fühlte sich einfach nicht richtig und nicht gut an. Ich war am falschen Platz, in einem völlig falschen Zustand. Diese andauernde Belastung , falsch zu sein, hat  mich völlig mürbe gemacht. Es hat viel zu lange gedauert, bis ich bzw. wir das innerbetrieblich ändern konnten. Ich wurschtelte mich durch den Tag und am Abend ging nichts mehr. Ich war physisch und psychisch völlig am Boden.

Meine Krebserkrankung und die von Schmerzen und Krankheit geprägten Folgejahre haben mich erneut auf die Probe gestellt. Kämpfen, Fliehen oder Totstellen.

Ich entschied mich dafür, den Kampf aufzunehmen und wusste von Beginn an, das ich als Siegerin vom Platz gehen werde. Dieser Optimismus lässt mich (fast) immer das Licht am Ende des Tunnels sehen.

Ich war in meiner Jugend Leistungssportlerin. Wenn ich nicht hätte siegen wollen, hätte ich meine Schuhe nicht schnüren müssen. Diese Einstellung half mir, in meinem ganzen Leben, nie aufzugeben. Zugegeben, das war nicht immer leicht und mit vielen Tränen verbunden. Es liest sich jetzt hier so wunderbar und doch war es ein langer Weg.

Die Transformation

Bei aller Power und Verrücktheit, die ich in mir trage, habe ich inzwischen gelernt, auf mich zu achten, mich zu spüren, wahrzunehmen was ist. Was tut mir gut? Was brauche ich jetzt, in diesem Moment? Täglich kaltes Duschen im Freien und das an 365 Tagen im Jahr, Eisbaden im Winter im Meer und in Seen, das ist es was ich brauche. Genauso wie die Natur, zu allen Jahreszeiten zieht es mich nach draußen. Hier kann ich mich spüren, hier kann ich sein, hier tanke ich Kraft.

Heute bin ich STARK wie ein Baum. Kein Sturm kann mich aus meiner Verwurzelung bringen.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dich auf deinem Weg zu mehr Stabilität, in deine Stärke zu begleiten.

Werde auch du stark wie ein Baum-fest verwurzelt mit der Erde und oben leicht und flexibel im Wind.

 

Jeder Motor braucht Stillstand, neues Öl, eine Inspektion, sollte gewartet werden.


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